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Nr.19: Die Walküre in Aix-en-Provence (Wanderer Chroniken)

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Dank der Freundlichkeit von Yvette Dewitte (der wir vom ganzen Herzen danken) haben vier von uns in Aix die Generalprobe der Walküre erleben können. Diese fand im neuen Theater, das von Vittorio Gregotti gebaut wurde, statt. Das Haus gleicht (nur kleiner) dem Arcimboldi in Mailand, das ebenfalls von Gregotti gebaut wurde, wie ein Ei dem anderen. Man kann nicht stets original sein und Originalität (für Gregotti) ist eine unbekannte Größe (Anmerkung von Guy Cherqui). Das Theater wurde mit Spannung eingeweiht, da es angeblich nicht allen Sicherheitsauflagen entsprach. Auf jeden Fall fing die Vorstellung mit ca. einer Stunde Verspätung an.
Was mich am meisten beeindruckt hat war der Klang der Berliner. Ich gerate immer wieder in Ekstase wenn ich sie erlebe – auch wenn mancher meinte, hier und da eine Ungenauigkeit gehört zu haben. Schließlich war es auch nur die Generalprobe…

Hervorragend die Sieglinde von Eva-Maria Westbroek, etwas enttäuschend der Siegmund von Robert Gambill, die anderen waren alle sehr gut. Eine moderne, klare Produktion ohne Manierismen, im Einklang mit der Inszenierung von Braunschweig, der den Weg den er im Rheingold beschritten hatte (und den wir in Aix sowie bei den Osterfestspielen in Salzburg sahen) weiterverfolgt.
Im Gegensatz zum letzten Jahr, als es mir schien, dass Rattle eine gewisse Originalität beigesteuert hätte, fand ich in dieser Walküre nichts Besonderes. Es gab noch nicht einmal diese Lyrik die sonst so deutlich in diesem ersten Tag der Ring der Nibelungen zu Tage tritt (so z.B. im überwältigenden Feuerzauber). Aber im Ganzen war das Dirigat exakt sowie wirkungsvoll – und die Berliner sind einfach überwältigend. Die Fahrt lohnt sich also auf jeden Fall!

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